Winterberger Höhentour

Mit der "Höhentour" haben Wanderfreunde eine der schönsten Routen Westdeutschlands vor sich. Wie fühlt es sich an, dass Dach des Sauerlands zu besteigen?

Mit vier wunderschönen Bergen fast gleicher Höhe - jeweils rund 840 Meter - bietet das Rothaargebirge ein spezielles Wandervergnügen. Dabei ist die Nummer zwei, der Kahle Asten, zwar nur 2 Meter kleiner als sein großer Bruder Langenberg, aber wesentlich bekannter. Kein Wunder, trägt er doch einen Aussichtsturm und im Sommer Tausende Wanderer, Rad- und Motorradfahrer und bei Schneefall etliche Wintersportler.

Winterberger Höhentour

Unabhängig von ihrere Prominenz war das Besteigen der 4 Großen des Rothaargebirges schon lange beliebte Tradition unter Wanderern. Organisation, Logistik und Planung können bei solch umfangreichen Vorhaben aber schnell einen Teil des Vergnügens nehmen. Professionell durchgeführte Wandertouren erfreuen sich daher schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, ohne den sportlichen Erfolg der Teilnehmer zu schmälern.

Die Winterberger Hochtour bietet eine klug ausgewählte Route in der beeindruckenden Kulisse von Langenberg und Co. Damit richtet sie sich ganz klar an erfahrene Wanderer, denn die enthaltenen 90 km in 5 Tagen haben es durchaus in sich. Gleichzeitig ist die Herausforderung aber auch nicht unüberwindlich, sodass nicht nur Extremsportler gefragt sind.

Das Tourpaket, das in Anbetracht der enthaltenen Leistungen recht günstig veranschlagt ist, umfasst 6 Übernachtungen, Verpflegung und den Gepäcktransfer. Letzterer Service wird den Teilnehmern insbesondere zum Ende der Reise sehr entgegenkommen. Ab runden 444 Euro können Wanderer mit von der Partie sein, wenn sie sich für ein Doppelzimmer entscheiden.

Der erste Tag ist, dank vollen Energiereserven, noch recht einfach gemeistert: Etwa 18 Kilometer und 400 Höhenmeter werden auf dem Weg von Winterberg nach Silbach zurückgelegt. Schon am nächsten Tag geht es jedoch mit 22 Kilometern über Siedlingshausen und Niedersfeld nach Silfeld deutlich stärker zur Sache. Auch die 620 Höhenmeter Unterschied tragen dazu bei.

Nach dem am 3. Tag über Grönebach und Elkeringhausen nach Züschen gewandert wurde (ebenfalls 630 Höhenmeter), trennt sich am Folgetag die Spreu vom Weizen: 23 Kilometer über Mollseife und Hoheleye nach Langenwiese mit noch einmal 690 Höhenmetern sorgen garantiert für einen tiefen Schlaf. Insbesondere die erheblichen Distanzen der Vortage machen sich an diesem Punkt deutlich bemerkbar und erklären, warum diese Tour nichts für Anfänger ist.

Die letzte Etappe mit "nur" 9 Kilometern und 140 Höhenmetern über den Kahlen Asten zurück nach Winterberg sieht wie ein schnuckeliges Dessert nach einem üppigen Mal aus, aber der Schein trügt: Nach den zurückgelegten Entfernungen der Vortage ist auch eine solche Distanz kein Pappenstiel mehr.

Entsprechend erleichtert, zufrieden und stolz ist demnach auch die Ankunft zurück in Winterberg. Der erfolgreiche Abschluss der 4er-Runde fühlt sich nicht nur nach einer großen Errungenschaft an; auch die unglaublich schöne Kulisse des Rothaargebirges lässt diese Tour noch lange in Erinnerung bleiben. Und der obligatorische "Winterberger Hochtour"-Ansteckpin zeugt deutlich davon! Mehr zum Thema Wandern Sauerland finden Sie hier.